Montag, 21. September 2015

[Aktion] Das Krimifest Hannover und Umgebung am 21. September 2015

http://www.krimifest-hannover.de/veranstaltungen/montag-21-9/

Veranstaltungen am 21.09.2015


  • Ricklingen: ein kriminelles Abendbrot »Ein Pils, ein Sekt, ein Todesfall«

 

  • Hannover: Andreas Gruber »Racheherbst«

 

  • Hannover: Richard Birkefeld »Single Malt und Doppelmord«

 

  • Krimi-Kino: Wolf Haas »Der Knochenmann«

 

Samstag, 19. September 2015

Liebe, M.A. von Lina Barold




    Erscheinungsdatum: 24.08.2015
    Verlag: Feelings 
    ISBN: 9783426434123
    ebook: 435 Seiten

    Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Die Masterarbeit und ihr zukünftiges Arbeitsleben lassen Germanistik-Studentin Sira eigentlich keine Zeit für Gefühlsdinge. Doch obwohl sie von Silvan, ihrem ehemaligen Professor, getrennt ist, kehren ihre Gedanken immer wieder zu ihm zurück. Als sie sich zufällig über den Weg laufen, sind alle guten Vorsätze dahin. Leidenschaftlich, doch nicht mehr unüberlegt, hofft Sira auf eine Beziehung mit ihm. Doch auch der sympathische Erik scheint immer wichtiger für sie zu werden.


Hinter der Autorin Lina Barold verbergen sich die Literaturübersetzerin Nina Restemeier und die Kulturpädagogin Anna L. Schmidt. Ihrem unterhaltsamen, humorvollen Schreibstil, der mit einem Hauch Erotik durchsetzt ist, ist man schnell verfallen. "Liebe, M.A." ist die Forsetzung von "Studium Emotionale" und schließt direkt an die Handlung des ersten Teils an. Auch ohne Vorkenntnisse findet man sich schnell in die Handlung hinein, den vollen Lesespaß erlebt man aber erst, durch beide Teile.

Gleich im Prolog wird man von Details aus Siras Zukunft überrascht, die einem während des Lesens immer wieder durch den Kopf gehen. Man versucht die fehlenden Puzzleteile zu entdecken, ist neugierig auf die Auflösung.

Wie schon im ersten Teil ist Sira immer noch voller Leidenschaft für Goethe und dessen Werke entbrannt. Durch seine Worte findet sie Trost und Halt. Doch auch Inhalte aus populären Filmen finden hier ihren Platz. Wer Star Wars, Harry Potter u.a. kennt, wird amüsiert zwischen den Zeilen lesen.    


      "Ich reiße die Augen auf – ich bin ein Rätsel für Silvan? Na prima, dann bin ich wohl
      Bella, er ist Edward – und damit bin ich die Einzige, deren Gedanken er nicht lesen kann,
      und das macht den Reiz des Ganzen aus."



Nicht nur Sira, sondern alle Charaktere entwickeln viel Ausstrahlung, ob nun positiv oder negativ. So ist der Großunternehmer Bräuer sicherlich nicht die sympathischste Figur, er besticht aber durch seine direkte, unverschämte Art. Liebenswert sind Siras Freundinnen Ama und Vicka, die ihr tatkräftig zur Seite stehen, wenn auch nicht immer kritiklos.

Im Mittelpunkt steht Siras Gefühlschaos. Entscheidungen sind zu treffen und diesmal muss sie ganz allein ihren Weg finden. Hier geht es um mehr, als sich für einen Mann zu entscheiden.


"Es sind nicht zwei Herzen, die in meiner Brust schlagen. Es ist nur
eines, und das sieht nicht gut, es sieht in verschiedene Richtungen. Goethe ist nicht nur in meinem Kopf, in meinen Gedanken, in meinem Leben. Er ist in meinen Gefühlen. Mein Herz hat den Goethe-Blick."


Besonders gefallen hat mir der offene Umgang mit dem Begriff Liebe. Es gibt so viele Facetten und jeder muss selbst herausfinden, wie und wen er liebt.

Die Mischung aus klassischer Literatur, Blogbuster-Zitaten und Alltagssituationen ist einzigartig und macht Spaß beim Lesen.


Mehr zum Buch und den Autorinnen:

Montag, 7. September 2015

30 Songs und eine Frau von Christine Weiner

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/30-songs-und-eine-frau-9783547712070.html

    Erscheinungsdatum: 07.08.2015
    Verlag: Marion von Schröder 
    ISBN: 9783547712070
    Flexibler Einband: 368 Seiten

    Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Elternhaus ausräumen, Mutter im Altenheim versorgen, Haushalt schmeissen. Die 50-jährige Anne funktioniert, bis ihr alles zuviel wird. Als sie eine Musikkassette mit Lieblingssongs und Wünschen aus ihrer Teenagerzeit findet, wird ihr klar, dass sie sich selbst aus den Augen verloren hat. Eine Schneekugel mit Prater-Riesenrad gibt ihr das Reiseziel vor und ehe sie sich versieht, hat sie sich in einer ungewöhnlichen Wiener Frauen-WG eingemietet. Die Verwandlung nimmt ihren Lauf und ein Zurück in den Alltagstrott kommt gar nicht in Frage.

Christine Weinerhat einen herzerfrischend schwungvollen Roman geschrieben, der völlig unkompliziert das Problem vieler Frauen beschreibt. Frauen organisieren Familie, Haushalt und Arbeit und vergessen mit der Zeit sich selbst. Die Wandlung vom verstaubten Falter zum schillernden Schmetterling geschieht in der Traumstadt Wien. Die Autorin setzt die Stadt so gekonnt in Szene, dass man am liebsten selbst die Koffer packen möchte. Die Wiener mit ihrem Schmäh werden mit viel Leichtigkeit und Augenzwinkerei beschrieben. Man schließt jeden Charakter sofort ins Herz.

Die ersten Seiten über Annes Alltagseinerlei wirken trostlos, langweilig und traurig. Ihre Mutter, von Anne "Fürstin" genannt, erteilt Befehle und Anne kuscht. Ihr Ehemann spricht nur noch das Notwendigste mit ihr und kümmert sich um seine Karriere. Anne funktioniert und tut, was man von ihr erwartet. 

"In Wirklichkeit fühlte ich mich nicht nur verpflichtet, sondern gleichzeitig
unglaublich ausgeliefert und benutzt."

Fast war ich schon dabei, das Buch zur Seite zu legen, als die Handlung Fahrt aufnimmt. Teenager-Erinnerungen von verrückten Menschen, Tanzeinlagen und Erdbeersektnächten lassen eine wage Ahnung der jungen Anne aufkommen. Zögernd, aber entschlossen, flieht Anne nach Wien und sucht sich dort eine Bleibe. Die vermeintliche Frauen-WG entpuppt sich als Wohnstätte zweier schillernder Travestie-Künstler, die schriller und herzlicher nicht sein könnten. Marlene und Greta lassen Anne keine Zeit zum Nachdenken, denn jetzt wird erst einmal gelebt.
"Wo gehört man hin, wenn man nicht mehr eindeutig weiß, wo man wirklich
hingehört? Wenn das, was Versprechen, Ablauf, Raster, Vorgabe war, sich
aufgelöst hat? Ich war sinnbildlich aus dem Haus meines Lebens getreten,
stand nun im Garten und blickte verwundert auf das, was einst mein Leben
gewesen war."

Dieses Buch macht einfach gute Laune und sorgt für heftige Schmunzelattacken.ttttttttt






Vielen Dank an den Verlag Marion von Schröder  für das Rezensionsexemplar.

Freitag, 4. September 2015

Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe von Rene Gutteridge


http://www.scm-haenssler.de/produkt/ansicht/mr-walsh-und-die-vergessene-kunst-der-liebe.html

    Erscheinungsdatum: 02.07.2015
    Verlag: SCM Hänssler 
    ISBN: 9783775156363
    Flexibler Einband: 256 Seiten

    Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten 

Ein leerer Tank ist für Amber das Zeichen, wieder ein neues Zuhause gefunden zu haben. Über dem Antikladen von Clay Walsh bezieht sie eine Wohnung und auch für den Ladenbesitzer interessiert sie sich. Seine strengen Ansichten, die ein Kennenlernen fast unmöglich machen, können sie nicht schrecken. Seine Vergangenheit scheint beiden im Weg zu stehen und fast wäre es für die Liebe zu spät.

Rene Gutteridge hat das Buch zum Film "Old fashioned" geschrieben und man merkt, das die Autorin hier eher eine Geschichte wiedergibt, als eine eigene zu erzählen. Obwohl die beiden Hauptcharaktere Clay und Amber Potential für viel Gefühl bieten, konnte ich mich nur schwer auf sie einlassen.

Unverkennbar fühlen sich beide voneinander angezogen. Für Amber überraschend, dass ein so zurückhaltender Mann sie interessiert. Clays Ansichten wie man sich kennenlernen sollte, sind so anders als alles was sie bisher kennengelernt hat. Ihr wird klar, dass sie seine Regeln anerkennen muss, um sich ihm nähern zu können.

Clay verschließt sich vor sich selbst und läßt Nähe nur schwer zu. Seine Wandlung vom Partygänger ohne Skrupel zum religiösen Menschen mit hohen moralischen Werten war mir zu oberflächlich erklärt.
Auch Ambers Glaubensfindung war zu filmreif dargestellt. Alles ging plötzlich so schnell. Kurz wird in der Bibel geblättert, dann ein "reinigendes" Bad in der Wanne und schon erkennt sie den richtigen Weg.

Positiv fallen hier mehr die Nebendarsteller auf. Clays sympathische alte Tante, die für ihn eine wichtige Gesprächspartnerin und Beraterin ist. Die Serviererin im Imbiss, die ihre Kunden besser kennt als sie sich selbst und der alte Antiquitätenverkäufer, der erst spät erkennt, was Liebe wirklich bedeutet.

Auch wenn man schon geahnt hat, dass es ein HappyEnd geben wird, ist die Schlussszene doch gelungen und wieder filmreif in Szene gesetzt.

Für mich war die Geschichte nicht genug durchdacht. Die religiösen Aspekte spielen anfangs nur eine untergeordnete Rolle und werden am Ende übergewichtig in den Vordergrund gesetzt.