Dienstag, 29. August 2023
Marschlande von Jarka Kubsova
Donnerstag, 10. August 2023
Refugium von John Ajvide Lindqvist (Band 1 der ›Stormland‹-Trilogie)
Freitag, 4. August 2023
Wenn Worte töten - Hawthorne ermittelt von Anthony Horowitz
Freitag, 9. Juni 2023
Der Bojenmann von Kester Schlenz und Jan Jepsen
"La Lotse verstand generationsbedingt nur Bahnhof. Hauptbahnhof. Er hatte sich selbst regelrecht stolz mal als Digital-Deppen bezeichnet. Mit dem Zusatz: Und das ist auch gut so."
Thies Knudsen, der leitendende Ermittler im LKA, wirkt sehr sympathisch und bodenständig. Seine heimlichen Gefühle für Kollegin Dörte Eichhorn versteckt er ihr gegenüber durch trockenen und bissigen Humor. Da geht bestimmt noch was in den Folgebänden. Anders verhält es sich bei der Freundschaft zum ehemaligen Lotsen und Kapitän Oke Andersen, genannt La Lotse. Die Männerfreundschaft ist warmherzig und unkompliziert. Hier haben sich zwei gesucht und gefunden.
Anders als bei anderen Morden werden keine Leichen versteckt, sondern zur Schau gestellt. Der Täter will Aufmerksamkeit um jeden Preis. Seine plastinierten Leichen stellt er mitten in Hamburg an öffentlichen Plätzen aus. Sie wirken so täuschend echt, dass erst nach dem zweiten Blick klar wird, welche grauenhaften Statuen in der Stadt auftauchen. Gänsehaut ist hier garantiert. Man fragt sich bald nur noch, wieviele es noch werden, denn der Täter scheint sich regelrecht mit Leichen bevorratet zu haben.
Obwohl der Schreibstil locker ist, wird die Handlung zunehmend düsterer. Gefährliche Situationen nehmen zu und die Polizei muss mit wenigen Hinweisen auskommen.
Bis zur letzten Seite war es ein unterhaltsamer und kurzweiliger Krimi. Dann kam die ungelöste Schlüsselszene, die bei der Bewertung zum Punktabzug geführt hat.
Einen Krimi unangekündigt über mehrere Bände zu ziehen, empfinde ich immer als unfair. Wenn man vom Autoren fast gezwungen wird, die Fortsetzung zu lesen, ist das für mich immer die schlechteste Entscheidung für ein Ende.
Dienstag, 30. Mai 2023
Die Schrift von Elias Haller
Freitag, 12. Mai 2023
Die Wahrheit von Mattias Edvardsson
Als Witwer kümmert sich Bill um seine kleine Tochter. Finanziell steht es nicht zum Besten, sodass er Jurastudentin Karla als Untermieterin in seiner Wohnung in Lund (Schweden) aufnimmt. Die junge Studentin verdient sich ihr Geld als Reinigungskraft im Haus von Steven und Regina Rytter. Die Arbeit in diesem großen düsteren Haus fällt Karla nicht leicht, denn Regina Rytter leidet an einer rätselhaften Krankheit und Ihr Mann verhält sich merkwürdig. Steven Rytter hat über eine Dating-App Jennica kennengelernt und tritt als trauernder Witwer auf, obwohl seine Frau am Leben ist. Es kommt zu einer dramatischen Wendung in diesem Spiel aus Lügen und Geheimnissen.
Dienstag, 25. April 2023
Die spürst du nicht von Daniel Glattauer
"Wir wollen Frieden haben. Wir wollen wieder zurück in unser normales Leben finden. Wir wollen nicht mehr an das schreckliche Unglück denken müssen. Wir wollen, dass unsere Kinder wieder gut schlafen können."
Freitag, 31. März 2023
Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt von Jonas Jonasson
Montag, 20. März 2023
Läuft schon!: How to run von Nicole Staudinger
Wer eine ausgefeilte Anleitung vom Sportmuffel zum Läufer erwartet, wird hier nicht fündig. Vielmehr wird hier ein Lebensgefühl vermittelt, das entweder ansteckt oder eben nicht.
Sonntag, 12. März 2023
In blaukalter Tiefe von Kristina Hauff
"Sie hätte mit ihm darüber sprechen können. Aber stattdessen hatte sie ihn ausgeschlossen. Sich immer weiter von ihm entfernt, und nun gab es kein Zurück mehr."
Bis über die Mitte hinaus hat die Handlung eine Sogwirkung. Gespannt verfolgt man dieses auf hoher See stattfindende Kammerspiel. Jeder der Charaktere trägt eine spürbare Last und gleichzeitige Hoffnung mit sich, die unter einer gekonnt inszenierten Fassade versteckt wird.
Nach und nach fängt diese an zu bröckeln und die entstandenen Risse treten an die Oberfläche. Lediglich der Skipper Eric Fauré bleibt verschlossen und geheimnisvoll.
Im letzten Teil wurde für meinen Geschmack dann zu sehr in die Dramaschublade gegriffen. Eifersüchteleien, Geltungsbewusstsein und Verzweiflung führen zu Überreaktionen und Fehlentscheidungen. Der Spannungsbogen wird unnötig und unglaubwürdig überstrapaziert. Ein wesentlich ruhigerer Verlauf zum Ende hin hätte mir besser gefallen.
Wer psychologische Ränkespiele mag und nicht zu viel Wert auf Tiefe legt, wird hier auf seine Kosten kommen.
Mittwoch, 22. Februar 2023
Mein Leben in deinem von Jojo Moyes
Sonntag, 12. Februar 2023
Das glückliche Geheimnis von Arno Geiger
"Auch im Abfall war der Umbruch im Zeitungswesen wahrnehmbar. Die Druckerschwärze wurde weniger. Die Pizzakartons wurden mehr. Handschriftlich Geschriebenes verschwand fast zur Gänze, ich wohnte dem allmählichen Untergang einer Kultur bei."
Mich haben diese Abschnitte sehr nachdenklich gemacht. Was passiert mit uns, wenn Dinge nur noch digital festgehalten werden. Hat eine Kurznachricht den gleichen Wert wie ein liebevoll geschriebener Zettel, den man verknittert und befleckt im Portemonnaie aufbewahrt?
Auch wenn mich dieser Roman durch viele Längen und für mich nicht greifbare Abschnitte nicht übermäßig begeistern konnte, habe ich die Kraft der Worte geschätzt.
Dienstag, 31. Januar 2023
Der Fußgänger von Wigald Boning
Donnerstag, 12. Januar 2023
Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)" von Volker Klüpfel und Michael Kobr
Das Autorenteam Volker Klüpfel und Michael Kobr wendet den Alpen den Rücken zu und startet eine neue Krimireihe in Südfrankreich. In der Gaunerkomödie weht ein Hauch Nostalgie durch die Handlung. Ich hatte Figuren wie Inspektor Clouseau oder den Schauspieler Louis de Funès beim Hören im Kopf. Die Protagonisten sind dann auch alle herrlich skurril, schräg und überzeichnet. Dass man sich diese Figuren so gut vorstellen kann, liegt vor allem an dem humorvollen Sprachklang des Sprechers Axel Prahl. Jede Figur bekommt eine eigene Stimmfarbe. Besonders die quiekende Stimme des Ex-Fremdenlegionärs Paul Querot und der wienerisch versnobte Dialekt der 84-jährigen Lizzy haben mir sehr gefallen.
Die Schönen und Reichen an der Côte d’Azur bekommen hier ihr Fett weg. Die einheimischen Anwohner scheinen alle eine eigene Art entwickelt zu haben, mit den dekadenten Zugezogenen zu leben. Der eine nutzt die Gärten, die er betreut, gleichzeitig als Cannabisplantage, der andere vermietet Ferienhäuser, ohne die Besitzer davon zu informieren. Die Handyladenbesitzerin nimmt es mit dem Datenschutz nicht so genau und Ticketverkäufer bieten Fahrkarten für Fähren an, die es gar nicht gibt. Alles mit einem zwinkernden Auge erzählt und durch durchweg sympathische Charaktere so humorvoll erzählt, dass man sich die Szenerie an diesem herrlichen Küstenort bildlich vorstellen kann.
Der Einstieg ist lustig und Monsieur Lipaires alias Wilhelm Liebherr besticht durch Charme und Bauernschläue. Es gibt in jedem Kapitel etwas zum Schmunzeln, denn dieser bunt zusammengewürfelte Ganoven-Haufen kommt auf die aberwitzigsten Ideen, um das Rätsel des Schatzes zu lüften. Als Gegenspieler dieses Teams kommt die Adelsfamilie Vicomte ins Spiel. Dem Klischee entsprechend besteht die Familie aus einem alten Herrn, einer überengagierten Geschäftsfrau, einer verwöhnten Tochter, einem Lebemann und Trinker und einem abtrünnigen Sohn, die gemeinsam einen geheimnisvollen Monsieur Barral erwarten. Dieser ist eine Schlüsselfigur, der immer wieder in den unmöglichsten Momenten sehr speziell auftritt.
Ein wenig verliert sich die Handlung und man ist sich nicht sicher, ob es sich noch um einen Krimi mit einem Toten oder doch eher um eine Komödie rund um einen Schatz handelt. Es gibt eine Verfolgungsjagd, die filmreif jedem Bond-Film das Wasser reichen kann und weniger erfolgreiche Manöver, die etwas zäh und langatmig erzählt werden.
Bei meiner Bewertung bin ich deshalb auch ein wenig hin- und hergerissen. Gaunerkomödien sind schon fast ausgestorben und verdienen es, erhalten zu bleiben. Doch einige Szenen konnten mich so gar nicht abholen. Dass es mir dennoch gefallen hat, liegt auch an der tollen Leistung des Hörbuchsprechers.
Als Krimireihe kann ich mir das Team "Der Unverbesserlichen" nur schwer vorstellen, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Montag, 9. Januar 2023
Tomatidin von Michael J. Scheidle
Durch die wenigen Seiten und den fluffigen Stil kann ich mir den Krimi gut als Begleiter für lange Zug- oder Flugreisen vorstellen.
Donnerstag, 1. Dezember 2022
Das Apfelblütenfest von Carsten Sebastian Henn
Mittwoch, 9. November 2022
In fünf Jahren von Rebecca Serle
Die Beschreibung der Handlung zeigt sich deshalb auch oft nicht auf der emotionalen, sondern auf der sachlichen Seite. Wohnungen, Dekorationen, Kleidung und teure Restaurants werden häufig und detailliert erwähnt.
Überrascht wird man dann aber doch, als sich die Handlung verändert und der Schwerpunkt anders gesetzt wird. Plötzlich werden Werte wie Freundschaft, Liebe und Unterstützung wichtig.
Dennoch konnte der Roman mich nicht ganz überzeugen. Die Charaktere wirkten zu aufgesetzt und künstlich. Die Emotionen waren schwer nachvollziehbar und besonders die Traumsequenzen, die so wichtig für Dannie waren, wirkten inszeniert.
Wer den amerikanischen Upper Class Lifestyle mag und das Leben der Schönen und Reichen verfolgt, wird in diesem Roman seine Lektüre finden.
Dienstag, 11. Oktober 2022
Das neunte Gemälde von Andreas Storm
Ein mysteriöser Anrufer meldet sich im Jahr 2016 bei dem bekannten Kunstexperten Dr. Lennard Lomberg. Bevor die wagen Andeutungen über ein verschollenes Gemälde im Gespräch genauer erklärt werden können, wird Dupret kurze Zeit später ermordet aufgefunden. Trotz vorhandenem Alibi gerät Lomberg unter Verdacht und er muss sich der Kriminalrätin Sina Röhm gegenüber verantworten. Lombergs eigene Ermittlungen führen ihn in die Vergangenheit seines berühmten Vaters, der augenscheinlich in einen Beutekunst-Fall verwickelt war.
Die Handlung wechselt zwischen drei Zeitsträngen und beginnt mit dem Jahr 2016 in Bonn. Die Vergangenheit handelt von Lombergs Vater, der 1943 in Paris stationiert war. Ein geschickt eingefädelter Kunstraub lässt das ganze Ausmaß erkennen, wie zu dieser Zeit mit dem Gut anderer gehandelt wurde. Ein Rückblick in das Jahr 1966 deckt auf, wie lange nach dem Krieg immer noch alte Drahtzieher Einfluss auf die politische Nachkriegszeit nahmen.
Viele Personen, die auftauchten und wieder verschwanden, deren Zusammenhang mit dem Fall nicht ersichtlich waren und trotzdem eine starke Gewichtung erhielten, sind mir nicht im Gedächtnis geblieben. So genau die Beschreibung der Kunst- und Geschichtsdaten war, so ungenau blieben die Charaktere. Mir fehlte die Lebendigkeit und die Leidenschaft, denn erlebt hatten die Protagonisten genug. Dramatische, unverarbeitbare Kriegserlebnisse, die dennoch wie eine Abhandlung von sachlichen Berichten zu lesen waren.
Am Ende flammt der Kriminalfall noch einmal auf und offenliegende Fäden werden wieder aufgenommen. Doch Spannung konnte für mich an dieser Stelle nicht mehr entstehen.
Ich hätte mir einen spürbaren Spannungsbogen gewünscht. Die interessanten Details am Rande hätten besser als Fußnote oder Anhang ihren Platz gefunden, denn die Recherchearbeit für diesen Roman ist zu spüren.
Ein Kriminalfall ist es für mich aber nicht geworden. Kunst und Geschichte dominieren und lassen der Figur Lomberg zu wenig Spielraum. Die Fortsetzung der Krimireihe werde ich nicht mehr verfolgen.
Mittwoch, 6. Juli 2022
Ein unendlich kurzer Sommer von Kristina Pfister
Innerhalb von wenigen Sommertagen verwandelt sich das Leben so einiger Personen. Dabei ist der in die Jahre gekommene Campingplatz ein ungewöhnlicher und sehr glaubhaft beschriebener Ort. Blätternde Farbe, zugewucherte Wege und müffelnde Toiletten lassen eigentlich keinen Spielraum für Romantik und doch gibt es in diesem Ambiente kleine wunderschöne Momente.
Selbst Nebendarsteller wachsen einem ans Herz. Der junge siebzehnjährige Flo, der sich von seinen Ängsten befreien kann und auch der Althippie James, der für jeden einen weisen Spruch hat, sind gut herausgearbeitet worden.
Allein die Geschichte um eine vermeintliche archäologische Entdeckung und der Hype um ein Loch vor dem Campingplatz hätten für mich nicht sein müssen und haben die Handlung überfrachtet. Eine stillere Variante ohne künstlich inszenierten Trubel hätte mir besser gefallen.
Die Wandlung der Protagonisten hat mir gefallen. Erst in der Gruppe haben sie gelernt, sich zu öffnen, Gefühle und Trauer zuzulassen und für Neues offen zu sein.
Ein schöner Roman, um sich in der Hängematte eine kurze Auszeit zu nehmen.

















