Dienstag, 28. März 2023
Die Toten von Friesland von Fynn Jacob
Sonntag, 5. Juni 2022
Die neue Wildnis von Diane Cook
Freitag, 13. Mai 2022
18/4 - Der Hauptmann und der Mörder von Zhou Haohui
Mittwoch, 27. Januar 2021
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg. von Julie Clark
Erscheinungsdatum: 11.01.2021
| Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten |
| Inhalt: Die Chance, ein neues Leben zu beginnen, begleitet Claire und Eva, als sie sich unabhängig voneinander auf dem Flughafen JFK in New York befinden. Claire flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann, der ihr durch seinen politischen und finanziellen Einfluss keinen Ausweg lässt. Eva sucht einen Neuanfang, um sich aus den Fängen des Drogenmilieus zu befreien. Nach einer spontanen Begegnung beschließen die Frauen, ihre Flugtickets zu tauschen, nichts ahnend, was sich daraus entwickelt. |
Julie Clark versteht es, die beiden Hauptprotagonistinnen gekonnt in Szene zu setzen. Sie spielt mit Emotionen, Ängsten und Hoffnungen. Zwei völlig unterschiedliche Frauen, die durch einen Zufall den gleichen Wunsch hegen: Flucht aus dem bisherigen Leben. In zwei Handlungssträngen begleitet man die zwei Frauen. Claire schildert ihre gegenwärtigen Erlebnisse in der Ich-Form, Evas Erlebnisse werden dagegen im personalen Erzählverhalten Monate zurückliegend bis zum Tickettauschtag geschildert.
Gefesselt verfolgt man das Geschehen und bangt mal um die eine, dann um die andere. Ihre Chancen aus der Situation heil herauszukommen, stehen schlecht. Beide Protagonistinnen versuchen eine Fassade aufrecht zu erhalten, die schon längst zu bröckeln begonnen hat. Die gut situierte strahlende Ehefrau eines erfolgreichen Politikers, die täglich damit kämpft, ihre Blessuren zu verbergen. Auf der anderen Seite eine gescheiterte, einst erfolgversprechende Chemiestudentin, die ihre Drogenküche hinter einer biederen Alltagsfassade zu verstecken versucht und ihre Ängste kaum noch unterdrücken kann. Es geht um starke Frauen, die sich befreien wollen.
Männer spielen hier eher die "bösen" Nebenrollen, ob als unberechenbarer gewalttätiger Ehemann oder als Drogendealer, der kein Mittel auslässt, um Eva unter Druck zu setzen. Hauptakteure sind Frauen in unterschiedlichsten Positionen. Sie unterstützen sich gegenseitig, geben sich Halt, haben Verständnis füreinander. Die beste Freundin, die für Claire die Flucht mit organisiert, die nette Coffeeshop-Bedienung, die einen Job vermittelt, weil sie Claires Hilflosigkeit erkennt. Eine Professorin, die für Eva Verständnis aufbringt, obwohl diese alles andere als freundlich zu ihr ist. Eine überraschende Frau, die anfänglich wohl niemand als Unterstützerin im Blick hatte und für einen besonders spannenden Plot sorgt.
Durch die zeitlich unterschiedlichen Perspektiven wird der Spannungsbogen langsam, aber stetig aufgebaut. Man fiebert dem entgegen, was man befürchtet und hofft auf einen Ausweg. Beiden Frauen gönnt man ein Happy End, das tatsächlich bis zum Schluss offenbleibt.
Dieser ungewöhnliche Frauen-Thriller spielt mit weiblichen Ängsten. Mir fiel es nicht schwer, mich in die beiden Personen hineinzuversetzen und mit ihnen zu hoffen und bangen. Daher von mir eine Leseempfehlung.
Montag, 14. September 2020
Vaters Wort und Mutters Liebe von Nina Wähä
| Erscheinungsdatum: 22.06.2020 Verlag: Heyne | |
Es ist Weihnachten im finnischen Tornedal und alle Mitglieder der Großfamilie Toimi finden sich im heimischen Bauernhof ein. Von einer herzlichen warmen Atmosphäre fehlt aber jede Spur. Zu groß ist die Angst vor dem despotischen Vater Pentti. Auch wenn Mutter Siri versucht, die Familie zusammen zu halten, geht doch jeder seinen eigenen Weg, auch wenn er mit den anderen eng verbunden ist. |
Die Familie wird als Rattenkönig beschrieben. Verknotete Schwänze, die eine Trennung unmöglich erscheinen lassen. Nina Wähä ist es hervorragend gelungen, den Knoten zu lösen. Annie, Lauri, Esko, Buckel, Helmi, Onni, Arto, Siri, Pentti, Tarmo, Lahja, Valo, Hirvo und Voitto werden in einzelnen Abschnitten beschrieben, lebendig, eigenständig.
Was als ein Knäuel Menschen beginnt, endet in einer Geschichte vieler Einzelschicksale, die durch ein enges Familienband miteinander verbunden sind. Der besondere Erzählstil lässt die Protagonisten sehr glaubwürdig erscheinen. Nichts wird geschönt oder verharmlost. Ein Erzähler holt den Leser immer wieder ab, spricht ihn direkt an, so fühlt man sich mit der Geschichte verbunden.
Geografisch findet man sich in einer düsteren finnischen Gegend wieder. Die Landschaft scheint aufs Gemüt zu schlagen, die Menschen sind schweigsam, in sich gekehrt. Einen Wohlfühlroman findet man hier nicht. Aber die Geschichte besitzt eine hohe Anziehungskraft. Man möchte wissen, was und wann etwas passiert. Denn das etwas passiert, wird vorweg angekündigt.
"Jemand wird sterben. Und jemand anders wird schuldig sein.
Wir müssen versuchen herauszufinden, wer."
Es klingt nach, muss wirken, beschert aber einen hohen Lesegenuss und macht neugierig auf einen neuen Roman aus der Feder von Nina Wähä
Montag, 15. August 2016
Frank Einstein - Die Jagd nach dem Blitzfinger von Jon Scieszka
| Erscheinungsdatum: 23.11.2015 Verlag: Heyne fliegt ISBN: 9783453269798 Fester Einband: 176 Seiten Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten |
Viel Zeit zum Tüfteln in seiner Werkstatt bleibt Frank Einstein nicht, denn Erzrivale Edison hat schon wieder einen fiesen Plan. Diesmal will er die gesamte Stromversorgung seiner Heimatstadt an sich reißen und natürlich eine Menge Geld verdienen. Zusammen mit den schlauen Robotern Kling und Klang nimmt Einstein den Kampf auf, denn er hat natürlich schon eine Erfindung, die viel besser ist.
Auch die Fortsetzung von Frank Einsteins Abenteuern kann begeistern. Autor Jon Scieszka vertieft diesmal das Thema "Energiegewinnung" und nimmt die jungen Leser mit in die aufregende Welt der Physik. Dank der gelungenen Illustrationen von Brian Biggs kann man sich die Darsteller und deren Erfindungen sehr gut vorstellen. Empfohlen wird das Buch für Leser ab 10 Jahren. Es bedarf aber schon eines gewissen Interesses für Technik, um Spaß am Lesen zu finden, auch wenn schwierige Begriffe am Ende des Buches noch einmal erklärt werden.
Welches Kind hätte nicht gern Roboter, die frei denken und handeln. Frank Einstein hat gleich zwei liebenswerte Blechbüchsen an seiner Seite. Kling und Klang helfen ihm, seine genialen Erfindungen zu entwickeln. Damit er nicht allzu größenwahnsinnig wird, steht ihm sein "natürlicher" und normal denkender Freund Watson zur Seite, der es nicht immer leicht mit Einstein hat.
Wir sind uns einig, einen Blitzfinger könnten wir sicherlich alle gut gebrauchen.
Edison mit seinen schlimmen Ideen muss erneut gestoppt werden. Der Spannungsbogen wird gekonnt aufgebaut und endet dramatisch.
Meine kleinen Physik-Fans waren wieder ganz begeistert vom Einstein-Abenteuer und hoffen auf eine schnelle Fortsetzung.
Interview mit dem Autor zum Buch:
Donnerstag, 26. Mai 2016
Frank Einstein - Die Entführung der Roboter von Jon Scieszka
| Erscheinungsdatum: 27.04.2015 Verlag: Heyne fliegt ISBN: 9783453269781 Fester Einband: 240 Seiten Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten |
Diesmal muss es mit dem Wissenschaftspreis seiner Heimatstadt einfach klappen. Frank Einstein bastelt schon so lange an seinen Erfindungen. Durch einen einzigen Funken in der Nacht werden die Roboter Klink und Klang lebendig und bauen zusammen mit Frank ein Antimaterie-Motor-Flugrad. Der Preis ist ihm so gut wie sicher, doch dann verschwinden Klink und Klang. T. Edison steckt garantiert dahinter, doch wie soll Frank Einstein seinem Rivalen das beweisen?
Besonders gefallen hat uns das Wortspiel mit den wissenschaftlichen Namen der handelnden Personen, Frank Einstein als Erfinder, sein Freund Watson und Gegenspieler T. Edison. Genau wie Frank Einstein lieben es meine Söhne in der Werkstatt zu basteln und Dinge zu erfinden.
Wer hätte nicht gern einen lebendigen Roboter, mit dem man sich austauschen kann. Frank Einstein hat plötzlich sogar zwei: Kling und Klang. Kling, der kluge und selbstlernende Roboter und Klang, der liebenswerte aber etwas eingeschränkt denkende Roboter mit einem Umarme-Mich-Äffchen-Puppen-Gehirn.
Im Mittelpunkt steht der städtische Wissenschaftspreis, den Einstein unbedingt gewinnen will. Dank seiner Roboter hat er diesmal gute Chancen eine wirklich bahnbrechende Erfindung vorzustellen. Doch sein Gegenspieler Edison kommt ihm in die Quere und plant Unglaubliches. Mr. Chimp, ein echter Affe, unterstützt dessen fieses Treiben. Dank Gebärdensprache, die im Anhang erläutert wird, kann der Affe sich mitteilen, was er auch rege tut.
Durch Frank Einsteins Gedanken erfährt man ganz nebenbei viel über Physik:
"Dieses Papier, dieser Tisch, diese Pizzaschachtel, diese Salami, das Wasser, die Luft. Fest, flüssig, gasförmig. Alles im Universum besteht aus Materie."
Unserer Familie hat dieses unterhaltsame und lehrreiche Kinderbuch sehr gut gefallen und wir sind schon gespannt auf die nächste Erfindung von Frank Einstein.
Freitag, 26. Februar 2016
Hamish und die Weltstopper von Danny Wallace
| | Erscheinungsdatum: 31.08.2015 Verlag: Heyne HC ISBN: 9783453270077 Fester Einband: 352 Seiten Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Was für ein Schreck, plötzlich bleibt die Welt um den zehnjährigen Hamish stehen. Wie eingefroren stehen die Menschen, Vögel hängen am Himmel und kein Laut ist zu hören. Der anfängliche Spaß, endlich tun und lassen zu können was man möchte, wie hemmungslos Süßigkeiten naschen und mit der Vespa durch den Ort zu knattern, endet schnell. Denn furchterregende, stinkende Monster ziehen während der Pausen durch die Kleinstadt Starkley. Die Weltstopper haben einen furchtbaren Plan, der nur durch mutige Kinder verhindert werden kann.
Hamish wirkt sofort sympathisch. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen. Eigentlich ist er ein ganz normaler Junge, der Probleme in der Schule hat, von Mitschülern drangsaliert wird und seinen verschwundenen Vater vermisst. Ungewollt gerät er in eine außergewöhnliche Situation. Warum bleibt alles um ihn herum stehen und nur er kann sich bewegen? Die Beschreibungen wirken so lebendig und glaubhaft, dass man sich tatsächlich das Unfassbarste vorstellen kann.
In die Rolle des Retters schlüpft er nur zögerlich, dabei darf er sich auch etwas unbeholfen und albern benehmen. Die Veränderungen, die mit den Erwachsenen geschehen, werden nur andeutungsweise erwähnt. Man ahnt aber, dass Hamish nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Monster von ihrem Plan abzubringen. Zum Glück bleibt er nicht das einzige Kind, dass sich in den Pausen bewegen kann.
Von der rasanten Geschichte mit vielen spannenden Actionszenen und humorvollen Elementen ist unsere ganze Familie begeistert. Wir haben den Atem angehalten, als ein Monster durch das Schlafzimmerfenster blickt und uns dann wieder kringelig gelacht ...
Eine gelungene Mischung die richtig viel Spaß macht und auf eine baldige Forsetzung hoffen läßt.
Freitag, 19. Juni 2015
Das Kaninchenrennen von Boris Koch
| Erscheinungsdatum: 06.10.2014 Verlag: Heyne ISBN: 9783453269408 Fester Einband: 320 Seiten Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten |
Das Große Kaninchenrennen ist für die 10-jährigen Kinder im Städtchen Niederrhode das wichtigste Ereignis des Jahres. Tim will unbedingt gewinnen, um es allen Spöttern so richtig zu zeigen. Doch leider kommt er wie so oft zu spät und darf sich die Kaninchen vor der Auslosung nicht mehr ansehen. Der Schreck ist groß, als er ein dreibeiniges Kaninchen auswählt. Plötzlich wollen seine Freunde nichts mehr mit ihm zu tun haben und selbst die Erwachsenen streiten sich, ob er überhaupt an dem Rennen teilnehmen darf. Neue Freunde findet Tim in Pascal und Lissy und zusammen trainieren sie härter als alle anderen, denn einer von ihnen wird dieses Rennen gewinnen, da sind sie sich einig.
Hauptakteur Tim, dessen Eltern verstorben sind, lebt bei seinen Großeltern auf dem Land. Er hat nur wenige Freunde und wird oft in der Schule gehänselt. Man hat sofort das Gefühl, sich auf die Seite von Tim stellen zu müssen. Irgendwie läuft bei ihm immer alles schief. Da hat er nun richtig hart für seinen Traum trainiert und dann kommt er zu spät zur Kaninchenauslosung. Ein dreibeiniges Tier hat er sich ausgesucht und alle schütteln den Kopf. Selbst sein Großvater wendet sich von ihm ab.
Sehr gut wird vermittelt, wie schnell man zum Aussenseiter gestempelt wird. Und nicht nur die Kinder wenden sich von Tim ab, sondern auch die Erwachsenen streiten sich und ergreifen Partei. In der Schule ist selbst der Lehrer gegen Tim. Je näher das Rennen rückt, um so agressiver verhalten sich die Kinder. Die Charaktere die hier eine Rolle spielen, werden sehr gut herausgearbeitet. Da gibt es den gemeinen Anführer, der ausgerechnet auch noch Sohn des Bürgermeisters ist. Die Mitläufer, die zu feige sind, eine eigene Meinung zu zeigen und die Aussenseiter, die gerade noch geduldet werden, aber die eigentlich niemand mag.
Selbst als erwachsener Leser ist man gebannt von dieser Geschichte. Tim durchlebt Höhen und Tiefen, ist kurz davor aufzugeben und fasst wieder Mut, um dann kurz vor dem Rennen beinahe doch noch zu scheitern. An seiner Seite hat er zwei tolle Freunde, die ihn unterstützen und die sich gegenseitig immer wieder aufbauen.
Die knuddeligen Kaninchen kann man förmlich über die Wiese springen sehen. Wichtig ist, dass auch hier den jungen Lesern vermittelt wird, dass man sich um ein Tier kümmern muss. Die Kinder im Buch müssen sogar mit einer richtig harten Strafe rechnen, wenn sie ihr Tier verletzten oder gar verlieren sollten.
Meine Kinder sind von diesem Roman richtig begeistert und würden am liebsten selbst an so einem Kaninchenrennen teilnehmen. Lustig fanden sie auch das Daumenkino auf den Buchseiten. So kann man Tims Kaninchen laufen sehen.
Dieses Buch ist für alle Kinder eine tolle Leseerfahrung.




