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Donnerstag, 2. März 2017

Überraschungsvideo

Gerade habe ich ein persönliches Dankesvideo für meine Rezension

Herr S. bekommt Besuch von Patrick Hinz


von Autor Patrick Hinz und Programmleiter Timothy Sonderhüskenerhalten von dotbooks erhalten.

Ich habe mich riesig über diese persönliche Botschaft gefreut.




Vielen Dank für die gelungene Überraschung, ich bin immer noch ganz sprachlos.

Sonntag, 29. Januar 2017

Herr S. bekommt Besuch von Patrick Hinz


http://www.dotbooks.de/e-book/343940/herr-s-bekommt-besuch
    Erscheinungsdatum: Dezember 2016
    Verlag: dotbooks
    ISBN: 9783958247987
    ebook: 225 Seiten

    Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten 
   Gefühle sind etwas für Anfänger, meint jedenfalls Herr S., der
   das Weite sucht, wenn Menschen ihm zu Nahe kommen.
   Seine Verwandtschaft kennt er nur aus alten Erinnerungen
   und ist völlig überrumpelt, als sein Cousin mit seinem
   Hare-Krishna-Lächeln vor der Haustür steht und eine Bleibe
   sucht. Mit ihm kann er sich noch irgendwie arrangieren, aber
   dann klingelt es wieder und diesmal ist es seine Mutter 

   Marie, die sterbenskrank den Kontakt zu ihrem Sohn sucht.
   Lange unterdrückte Gefühle stürzen über Herrn S. herein
   und sein Schutzpanzer bekommt immer mehr Risse.

Das humorvolle Cover scheint eine leicht lockere Komödie zu versprechen, aber weit gefehlt. Patrick Hinz enthüllt sehr einfühlsam ein Kaleidoskop voller Gefühle. Man ist gefangen von der ungewöhnlichen Mischung aus Komik und Tragik. Hauptprotagonist und Ich-Erzähler Herr S. ist ein Ekel, der sich gleich zu Beginn von seiner liebenswertesten Seite zeigt. Obwohl er seine Freundin schätzt und gern mit ihr zusammen ist, trennt er sich ohne zu zögern, als diese ihm drei Worte zuflüstert. Sich selbst bezeichnet er als "Schubladiseur", der Menschen in Kategorien einteilt. Er beobachtet, zieht Schlüsse und vorverurteilt, wo er geht und steht.

Sein selbst gewählter Name "Herr S." kommt nicht von ungefähr:

"Herr S. gab mir die Distanz, die ich gegenüber anderen brauchte, innerhalb der ich klammheimlich auf Tauchstation gehen konnte, nur um aus einem toten Winkel heraus Menschen zu erforschen. Herr S. gab mir die Freiheit, Dinge zu tun, die mein altes Ich aus purem Anstand heraus nie getan hätte."


Als seine längst vergessene Mutter plötzlich in sein Leben tritt, kann er sich nicht mehr verstellen und muss sich der Vergangenheit stellen. Erinnerungen und Gedanken von Herrn S. helfen die Kluft zwischen Mutter und Sohn zu verstehen. Der als Eso-Fuzzi betitelte Cousin Pascal hilft bei der Betreuung der schwer kranken Marie und ist der ausgleichende Pol in der Handlung. Sein ungewöhnliches Auftreten sorgt für einige Schmunzelmomente.

Mehr und mehr wandelt sich der egoistische Einzelkämpfer Herr S. zum verletzten und einsamen Menschen, der er eigentlich schon immer war. Gebannt verfolgt man die Wandlung und ist bestürzt über das Schicksal, das beide verbindet. Dabei geht es ganz und gar nicht rührselig, sondern eher heftig zu. Schimpftiraden und Beleidigungen austeilend nähern sie sich nur langsam, denn jahrzehntelanges Schweigen lässt sich nicht einfach überwinden.

"Familie sind Menschen, die mich begleiten und die ich begleiten darf. Die mich bereichern und deren Leben zu bereichern ich das Privileg habe."


Die Natürlichkeit und Verletzlichkeit der Protagonisten in dieser Tragikomödie hat mir besonders gefallen. Familie ist alles andere als einfach und jeder trägt seinen Teil am Gelingen bei.

Donnerstag, 5. März 2015

Die Söhne der Wölfin von Tanja Kinkel

http://www.dotbooks.de/e-book/280267/die-soehne-der-woelfin#reviews
Erscheinungsdatum: November 2014
Verlag: dotbooks 
ISBN: 978-3-95520-839-4
ebook: 591 Seiten

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

Ilian, die Tochter des etruskischen Königs Numitor, wächst in Italien des 7. Jahrhunderts vor Christi Geburt auf. Von ihrem Onkel Arnth wird sie zur Priesterin bestimmt, um die Fortführung der Blutlinie zu verhindern. Als sie behauptet, von einem Gott geschwängert worden zu sein, wird sie vom Volk verstossen und in die Verbannung geschickt. Bei den Latinern bringt sie ihre Zwillinge Romulus und Remus zur Welt. Ihr von den Göttern bestimmtes Ziel, einen ihrer Söhne auf dem Thron zu sehen, verfolgt sie bedingungslos über Jahre hinweg. Lediglich der Barde Ulsna kennt ihre Schwächen und darf sie begleiten.

Tanja Kinkel hat sich mit der Umsetzung der römischen Mythologie, um die Gründer der Stadt Rom, ein hohes Ziel gesetzt. Der hervorragende Schreibstil mildert die schwere der geschichtlichen Daten. Die gut recherchierten Hintergrundinformatioenn sind für das Handlungsverständnis unverzichtbar. Trotzdem ist es der Autorin nicht gelungen mich durchgend zu fesseln.

Zum einen trifft man auf eine Hauptakteurin, die durch ihre Charaktereigenschaften eher unsympathisch und abweisend wirkt. Ilian bleibt bis zum Schluss undurchschaubar. Eine Figur, die ihre echten Gefühle nicht preisgibt und deren Entscheidungen vermeintlich von den Göttern gesteuert sind.
Zum anderen ist für mich der Götterkult der verschiedenen Völker sehr verwirrend gewesen. Das mag an meiner Unwissenheit zu diesem Thema liegen, aber auch an der Schnelligkeit, in der man zwischen Latinern, Griechen, Etruskern und Ägyptern wechselt.

Ulsna, der Barde leidet als Hermaphrodit. Auch dieser Protagonist ist sehr diffizil einzustufen. Von den Etruskern verfolgt, den Griechen geduldet und den Ägyptern bewundert, führt er ein Leben voller Angst und Zweifel. Obwohl Ilian ihn mehr benutzt als ihn als Freund ansieht, bleibt er an ihrer Seite.

So sehr man sich auch bemüht, man bekommt die Personen dieser Geschichte nicht zu fassen. Romulus und Remus, mit denen kann man etwas anfangen. Weit gefehlt. Von ihrer Mutter verlassen und bei einem latinischen Bauern aufgewachsen, gerät ihre Welt ins Wanken, als Ilian plötzlich wieder auftaucht. Verbissen und hoffnungslos kämpfen beide auf unterschiedliche Weise um die Anerkennung der Mutter, um sich am Ende aneinander aufzureiben.

Eine schicksalhafte dramatische Geschichte, mit charakterstarken Akteuren, die mich leider nicht begeistern konnte.

Fans von antiken Geschichten und Mythologien werden sicherlich mehr Gefallen finden.

Donnerstag, 15. Januar 2015

PHOENIX - Unsere Rache wird euch treffen von Matthias Jösch

http://www.dotbooks.de/e-book/283144/phoenix-unsere-rache-wird-euch-treffen

Erscheinungsdatum : 16.12.2014
Verlag: dotbooks Verlag 
ISBN:9783955206789
E-Buch Text: 557 Seiten

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Ein ungewöhnliches Telefonat zwischen Südamerika und Österreich wird vom Geheimdienst Mossad aufgezeichnet. Shari, eine junge Agentin, versucht aus den Sprachfetzen "Schellackplatte und Nibelunc" eine Verbindung herzustellen und stößt auf eine internationale Verschwörung, die ihre Wurzeln weit in der deutschen Vergangenheit liegen hat. Die mysteriöse Platte ist in den Besitz des BND-Mitarbeiters Adrian von Zollern gekommen, der nicht ahnt, welches Geheimnis sein Sammelstück verbirgt. Schon bald sind ihm skrupellose Killer auf den Fersen; eine Jagd rund um den Erdball beginnt, die ungeahnte weltumspannende Auswirkungen hat.
 

Matthias Jösch hat einen mitreißenden, schnellen Schreibstil, der den Leser kaum zu Atem kommen läßt. Von Anfang an wird eine Spannung aufgebaut, die bis zur letzten Seite beibehalten wird. Gekonnt werden falsche Spuren gelegt, vermeintliche Täter und Theorien präsentiert. Man ist förmlich ein Teil des Ermittlungsteams, hat aber den Vorsprung, die Vergangenheit anhand von Tagebucheinträgen aus den Jahren 1940 bis 1960 eines geheimnisvollen verblendeten Nazifanatikers zu kennen.

Spannend ist die Suche der sympathischen und glaubhaft beschriebenen Protagonisten nach dem Geheimnis der Organisation. Kleinen Puzzleteilen gleich, werden Fundstücke zusammengefügt, die Unglaubliches zu Tage bringen.

Die brutale Macht einer grausamen Organisation wird schonungslos beschrieben. Es werden viele Morde verübt, die nichts für zartbesaitete Leser sind. Die detaillierten Mordbeschreibungen und die eiskalte Vorgehensweise der Täter zeigt ihre menschenverachtende Einstellung.

Besonders bewegt haben mich die Tagebuchaufzeichnungen, die die dunkelsten Zeiten des Dritten Reichs aufleben lassen. Als Augenzeuge berichtet der Schreiber u.a. von seinen Erlebnissen in Auschwitz

Zitat:
"Das Aschenputtel-Prinzip: die Brauchbaren ins Töpfchen,
die Schlechten ins Kröpfchen!"

Die Kälte, die aus diesen Zeilen spricht, hat mich tief getroffen. Die Beschreibung der Szenerie war so lebendig, so nah, dass ich eine Lesepause einlegen musste.

Allein der Gedanke, dass so etwas wirklich wieder passieren könnte, ist erschreckend und rüttelt wach.

Ein toller Thriller der Spannung und Geschichtliches gekonnt verbindet.