Mein erstes Buch von Bernhard Aichner führte mich direkt in den vierten Band der Reihe um Bestatterin Brünhilde Blum. Auch ohne die Vorgänger war die Handlung leicht nachzuvollziehen, da geschickt platzierte Rückblicke die Vergangenheit der Protagonistin beleuchten und die tiefe Verbindung zwischen Blum und Reza plausibel machen.
Das Setting in Kroatien wirkte anfangs wie ein friedlicher Rückzugsort. Doch ein Todesfall an Bord ihrer Yacht reißt die beiden zurück in eine Welt aus Lügen, Angst und Gewalt. Die Ereignisse überschlagen sich schnell – vielleicht zu schnell. Immer neue Geheimnisse und Tote treiben die Handlung voran, bis mir die Eskalation stellenweise übertrieben vorkam.
Die Hauptfigur Blum ist ein spannender Widerspruch: moralisch ambivalent, impulsiv und oft irrational, aber dennoch faszinierend. Trotz ihrer dunklen Vergangenheit und der vielen Toten auf ihrem Gewissen zeigt sie in den ruhigen Momenten und in ihrer Beziehung zu Reza eine verletzliche Seite. Gerade Reza ist für mich der greifbarere Charakter, auch wenn er selbst viele Geheimnisse hütet. Ihr blindes Vertrauen zueinander ist das emotionale Zentrum der Geschichte.
Besonders der schnelle, knappe Erzählstil sorgt für hohes Tempo. Die ruhigen Passagen haben mich jedoch mehr überzeugt als die drastischen Wendungen. Das Ende fühlte sich wie ein künstlicher Cliffhanger für den nächsten Band an und wirkte auf mich unglaubwürdig. Für mich wäre das ein passender Punkt gewesen, um die Reihe abzuschließen.
Gerne würde ich mehr zu den Charakteren schreiben, will aber nicht zu viel spoilern. Wer sich einfach auf die Story einlässt und nicht zu viel hinterfragt, wird sicher gut unterhalten werden.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten
Buchinformationen
Erschienen: 18.09.2026
Verlag: ROWOHLT Wunderlich
ISBN: 9783805201209
Fester Umschlag
Seiten: 352

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