Samstag, 11. April 2015

[Blogaktion] Wahl der BücherTreff Leserlieblinge 2014

http://www.buechertreff.de/Award/?phase=voting&categoryID=45

Neben einem riesigen Forum bietet die Website "BUECHERTREFF" die Möglichkeit, eigene virtuelle Bücherregale einzurichten. Es gibt Informationen über Neuerscheinungen, persönliche Büchernachbarn werden angezeigt und es werden abwechslungsreiche Leserunden mit Autoren durchgeführt.


Seit 2005 werden von der Community die besten Bücher des vorherigen Jahres gewählt. Es gibt eine Nominierungsphase (23.3.15 - 5.4.15) und eine Abstimmungsphase (6.4.15 - 19.4.15). 

Macht mit bei dieser tollen Aktion und votet für Eure "Leserlieblinge 2014".

Die Katogieren sind:
  • Erzählungen
  • Fantasy
  • Sci - Fiction 
  • Historische Romane
  • Krimis / Thillers
  • Jugendbücher
  • Liebesromane
  • Sachbücher 

Donnerstag, 9. April 2015

Natchez Burning von Greg Iles

http://www.aufbau-verlag.de/index.php/natchez-burning.html
Erscheinungsdatum: 13.02.2015
Verlag: Rütten & Loening 
ISBN: 9783352006814
Fester Einband: 912 Seiten

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Einigen Mitgliedern geht der Ku Klux Klan in Natchez, Mississipi nicht weit genug. Sie spalten sich ab und gründen in den 60er Jahren, die Doppeladler. Hier gelten nur ihre grausamen Regeln, an die sich jeder strikt zu halten hat. Einmal ein Doppeladler, immer ein Doppeladler. Unter dem Deckmantel ehrbarer Bürger werden furchtbare Greueltaten verübt. 35 Jahre später wird die Vergangenheit wieder lebendig. Ein unbescholtener Arzt soll seine frühere Krankenschwester ermordet haben. Verzweifelt versucht sein Sohn, der Bürgermeister von Natchez, den Fall zu klären. Doch sein Vater schweigt und alle Spuren führen zurück zu den Doppeladlern.

Greg Iles hat einen Thriller über ein brandaktuelles Thema geschrieben. Die Diskriminierung wegen einer dunkleren Hautfarbe war und ist leider immer noch vorhanden. Im ersten Teil dieser Trilogie versetzt Iles den Leser mit eindringlichen Worten in die 60er Jahre. Man spürt die Spannung die wie flirendes Licht an einem heißen Sommertag über der Stadt Natchez liegt. Ein furchterregender Geheimbund treibt sein Unwesen in der Stadt und niemand unternimmt etwas dagegen. Schlimmer noch, die Polizei scheint geradezu wegzusehen und die Bevölkerung schaut tatenlos zu.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf und verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Es geht um Macht, Politik, Drogengeschäfte, Korruption, Pressefreiheit und verbotene Liebe. Der Autor verliert sich auf den 1000 Seiten dabei aber häufig in zu langen Passagen, die mehr die Gegenwartspolitik und das Rechtssystem Amerikas anprangern.

Die Charaktere wirken sehr lebendig und werden eindrucksvoll geschildert. Tom und Penn Cage sind dabei die Hauptakteure, deren vielschichtiges Vater/Sohn-Verhältnis beleuchtet wird. Die anfängliche Familienidylle bekommt durch die Aufdeckung der Vergangenheit Risse. Der Sohn hinterfragt die Ehre seines auf einem Sockel stehenden Vaters.

Erschreckend ist die Gegenwart, die mehr als deutlich macht, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit noch lange nicht gelernt hat. Was die Doppeladler anfänglich brutal und unüberlegt angefangen haben, wurde inzwischen von der nächsten Generation perfektioniert. Die Seilschaften verbinden die höchsten Ebenen und belächeln das Rechtssystem.

Ein spektakuläres hollywoodreifes Finale ist dann fast schon zu viel. Die Ereignisse überschlagen sich und wirken teilweise unglaubwürdig. Da weitere Teile geplant sind, bleiben viele Fragen offen, was nach so einer langen Handlung etwas frustierend ist.

Läßt man sich von der Länge und dem teilweise sehr amerikanischen Pathos nicht verschrecken, erlebt man einen gesellschaftskritischen Thriller mit Aktualitätswert. 

     

Dienstag, 7. April 2015

Töte und lebe! von Laura Wulff

http://www.mira-taschenbuch.de/programm-herbstwinter-20142015/spannung/toete-und-lebe/
Erscheinungsdatum: 01.03.2015
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag 
ISBN: 9783956491085
Flexibler Einband: 432 Seiten

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten 

In einem Kölner Park wird eine Leiche gefunden. Der Tote litt am Down-Syndrom und wurde offensichtlich gefoltert. Kurz darauf, wird eine zweite Leiche mit den gleichen Merkmalen gefunden. Schnell wird klar, dass ein Serienmörder grausame Spiele mit behinderten Menschen treibt. Für den Ermittler Daniel Zucker beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Laura Wulff hat mit diesem Thriller, den dritten Band rund um die beiden Zucker-Ermittler geschrieben. Überraschend ist, dass die Autorin soviel Gewicht auf das Privatleben der Eheleute Zucker legt. Dies wird schon daran deutlich, dass das Buch mit den Lebensläufen von Daniel und Marie Zucker beginnt. Daniel Zuckers Probleme als Rollstuhlfahrer spielen dabei eine wesentliche Rolle und werden ungeschönt dargestellt.

Drei unterschiedliche Handlungsstränge werden zu einer Story verwoben. Zum einen geht es natürlich um die Auflösung der Morde. Daneben werden aber auch Marie Zuckers Vergangenheit und die teilweise merkwürdigen Erlebnisse ihres Cousins Ben beleuchtet.

Eine düstere Stimmung und die brutale und grauenvolle Darstellung der Verbrechen beherrschen ein wenig zu oft die Szenerie.

Die Dialoge fand ich teilweise nicht glaubwürdig, zu oberflächlich, den Protagonisten nicht entsprechend:

     
"Daniel grollte wie ein agressiver Bär. Ein Waschbär." oder "Daniel packte
       den verbalen Pikser aus......"


Am Ende gibt es dann noch einen hollywoodreifen showdown der teilweise leider sehr unrealistisch umgesetzt wurde. Mir kam es so vor, als unbedingt mit der Holzhammermethode ein dramatisches Feuerwerk gezündet werden sollte

Montag, 30. März 2015

Frauenmahd von Marc Ritter

http://www.piper.de/buecher/frauenmahd-isbn-978-3-492-30603-4
Erscheinungsdatum: 19.01.2015
Verlag: Piper Verlag 
ISBN: 9783492306034
Flexibler Einband: 352 Seiten

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Kaum ist "Gonzo" Hartinger im Flieger nach Berlin, da geschieht in seinem Heimatort Garmisch-Partenkirchen ein Mord am Kuhflucht-Wasserfall. Der Lokalreporter wittert seine Chance für eine gewinneinbringende Story, die er bitter nötig hat. Doch kaum ist der erste Artikel fertiggestellt, überschlagen sich die Ereignisse. Nicht nur, dass auch noch eine bekannte Landtagsabgeordnete tot aufgefunden wird, es soll auch noch die Landschaft durch ein Pumpspeicherkraftwerk verschandelt werden. Viel zu tun für Hartinger, der nicht nur die Polizei gegen sich aufbringt.

Marc Ritter hat einen rasanten, spannenden und humorvollen vierten Fall für den Journalisten Gonzo Hartinger geschaffen. Mit viel Lokalkolorit und bayrischen Dialekteinschüben ist der Leser nach wenigen Zeilen in Garmisch-Partenkirchen angekommen. Der Autor verteht es die Charaktere lebendig und glaubhaft wirken zu lassen. Besonders Hartinger wird detailliert skizziert. Ein Grantler, der mit seinem Leben nicht wirklich zurecht kommt und auf die Unterstützung seiner Exfreundin angewiesen ist. Sein eigenwilliger Charme, den er gern und oft bei der holden Weiblichkeit einsetzt, zeichnet ihn aus.

Die vermutete Bergidylle in Garmisch-Partenkirchen wird durch geheimnisvolle Todesfälle erschüttert. Vermeintliche Täter werden einem zuhauf präsentiert, doch so viel man auch rätselt, das Verwirrspiel bleibt bis zum Ende spannend.

Geschickt werden politische und wirtschaftliche Ereignisse in die Handlung eingebaut. Ob es nun die gestandene Hofbetreiberin Kathi ist, die Wirtschaftsdelegationen aus aller Welt auf der Alm mit Dampfnudeln versorgt oder der Honorationen-Stammtisch, der sich über Innovationen ausläßt; die politischen Seitenhiebe werden herrlich ironisch verteilt und manches kommt einem irgendwie bekannt vor.  


     
Zitat:
      "Bei uns geht so was nicht. Wir machen eher Innovation aus Tradition.
      Und aus Tradition Innovation."


Gefallen hat mir auch, dass der Autor sich selbst nicht zu ernst nimmt und auf den steigenden Berg an Alpenkrimis augenzwingernd hinweist.

Ein toller Regionalkrimi, der bis zum Ende spannend bleibt.

Sonntag, 29. März 2015

Blätterrauschen von Holly-Jane Rahlens

http://www.rowohlt.de/buch/Holly_Jane_Rahlens_Blaetterrauschen.3082480.html
Erscheinungsdatum : 27.02.2015
Verlag: Rowohlt TB 
ISBN: 9783499216862
Fester Einband: 320 Seiten

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Bevor die Lesestunde für Oliver, Rosa und Iris in der Buchhandlung beginnt verändert sich plötzlich der Raum. Alles ist von Stille umgeben, dann ein Gefühl, dass jemand da ist. Und tatsächlich, mitten im Regen steht ein Junge und klopft heftig an die Hintertür. Merkwürdig, dass er völlig trocken ist und eine abenteuerliche Geschichte erzählt.

Holly-Jane Rahlens hat mit diesem Kinderbuch, empfohlen für Leser ab 10 bis 12 Jahren, einen Zukunftsroman in leisen, berührenden Tönen geschrieben. Der Leser beginnt die Reise in einer herrlichen Buchhandlung, die Kindern einen Zufluchtsort vor dem Alltag bietet. Drei Kinder sind die Hauptakteure, die jedes für sich eine Last zu tragen haben, die sie während der Lesestunden vergessen können.

Der Zufall will es, dass ein Junge aus der Zukunft in ihre Runde platzt und alles für ein neues Spiel hält. Erst langsam versteht er, dass er in der wirklichen Vergangenheit gelandet ist. Gemeinsam müssen sie vor dunklen Gestalten fliehen und landen ungewollt in der Zukunft. Hier erfahren sie mehr über ihre Zukunft, als sie eigentlich wissen dürfen und geraten in einen Gewissenskonflikt.

Was aber besonders heraussticht, ist die langsam wachsende Freundschaft zwischen Oliver, Rosa und Iris. Ihre anfängliche Abneigung wandelt sich in Verständnis und Freundschaft füreinander.

Einige Passagen wurden etwas überstürzt abgehandelt. Die vielen Parallelwelten werden nur skizziert dargestellt und können junge Leser evtl. überfordern. Hier wäre ein ausführlicherer Teil sinnvoll gewesen.

Ein Buch das zum Nachdenken über Gegenwart und Zukunft, Freundschaft und Verständnis anregt.

Kindermeinung:
Die Zukunft hat mir nicht so gut gefallen. Alles wirkt so kalt und roboterhaft. Nur die Forrester haben mir gefallen. Bei Colin wäre ich auch gern einmal, um zu sehen, was es noch alles in der Zukunft zu entdecken gibt. Die Fahrzeuge sind auch gut beschrieben. Iris mochte ich nicht so, sie war einfach zu besserwisserisch.