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Dienstag, 25. Juli 2023

Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen Roman von John Ironmonger


Eine unbedacht ausgesprochene Wette verändert das Leben zweier Männer. Der Student und der Politiker wetten darum, was in 50 Jahren durch die Auswirkungen des Klimawandels passieren wird. Niemand hätte dieser Wette um Leben und Tod in einem kleinen Dorf in Cornwall Beachtung geschenkt, wäre sie nicht als Video viral gegangen. Obwohl Tom und Monty getrennte Wege gehen, gibt es eine Verbindung, die sie immer wieder zusammenführt.  


John Ironmonger verpackt die Klimaängste unserer Zeit gekonnt in einen spannenden Zukunftsroman. Der Autor trifft den aktuellen Zeitgeist und legt den Finger in unsere aller Wunde, ohne dabei provokant oder belehrend zu wirken. Neben diesem wichtigen Thema begeistert Ironmonger durch eine wundervoll bildhafte Sprache. Die eisige Schönheit Grönlands wird eindrucksvoll beschrieben. 

"Der flache Ozean war ein Flickenteppich aus wirbelnden Blautönen, mancherorts dunkel, mancherorts blass und manchmal beinahe grün oder türkis, als habe ein Künstler sämtliches Blau aus seinem Wasserfarbkasten auf eine weiße Leinwand gespritzt und die Oberfläche mit einer Eisschicht überzogen."

Durch Rückblicke und Zeitsprünge begleitet man die beiden Hauptprotagonisten insgesamt 70 Jahre ihres Lebens. 

Dabei kämpft Tom sein Leben lang darum, Bewusstsein für den Klimawandel zu schaffen. Selbst als ihm die härtesten Schicksalsschläge treffen, gibt er nicht auf und setzt sich für seine Ziele ein. Es fällt nicht schwer, diesen Protagonisten sympathisch zu finden. Er begeistert nicht nur die Menschen im Buch, sondern auch die Lesenden dieser Geschichte.

Monty Causley verkörpert dagegen den vermeintlich typischen Politiker. Er steht in erster Linie selbst im Mittelpunkt. Er setzt sich nur dann für Themen ein, wenn sie ihm Wählerstimmen einbringen. Vom anfänglichen Klimaleugner schafft es Monty in das Amt des Umweltministers. Diesem Mann traut man alles zu und schenkt ihm keinesfalls sein Vertrauen. 

Es ist offensichtlich, dass sich der junge Tom und der Politiker Monty nicht sonderlich gewogen sind. Ausgerechnet an ihrem gemeinsamen Geburtstag treffen sie in einem Pub aufeinander. Ein Wort gibt das andere und im Eifer des Wortgefechts voller gegenseitiger Beleidigungen schlägt Tom eine Wette vor, in der Monty fünfzig Jahre später während der Flut in seinem Wohnzimmer sitzen und durch den inzwischen gestiegenen Meeresspiegel ertrinken müsste. Sollte dies nicht eintreten, muss Tom seinem Leben im Meer ein Ende setzen. 

Tom zieht es zusammen mit seiner bewundernswerten Frau Lykke nach Grönland, um für eine Forschungsorganisation das Abschmelzen der grönländischen Gletscher zu messen.  Der Ort Qaanaaq oder "Ultima Thule" bedeutet nach alter Überlieferung "Das Ende der Welt". Der weiteste Punkt, an den man reisen kann. 

Toms große Liebe Lykke ist eine starke und eindrucksvolle Persönlichkeit. Als Klimaaktivistin hat sie sich einen Ruf über alle Grenzen hinweg gemacht. "Ein unverdorbener Planet, ist das wertvollste Geschenk, das wir zukünftigen Generationen machen können". Sie hat die These aufgestellt, dass, wenn man die Erde in das Jahr 1820 zurückversetzt, es Hoffnung für die Rettung des Klimas geben kann. Die Kraft dieser Frau ist deutlich spürbar und es ist nachvollziehbar, dass sie viele in ihren Bann zieht. Mich hat sie auch begeistert.

 "Es gibt in unserem Leben perfekte Momente. Momente, in denen jeder einzelne Würfel zu unseren Gunsten an seinen Platz fällt und sämtliche Ereignisse, die uns hinterrücks auflauern, sämtliches Glück und das Schicksal der Welt auf mysteriöse Weise ganz plötzlich zusammenpassen."  

10 Jahre nach der Wette will Monty Tom um Auflösung der Wette bitten. Dabei verschweigt er den wahren Grund. Beim Treffen der Kontrahenten in Cornwall zieht ein Sturm auf, der dem Klimawandel geschuldet ist. Ein furchtbares Unglück geschieht, als ein ortsansässiger Fischer in Seenot gerät.

Danach verändert sich nicht nur Tom. In den eisigen Wänden eines Gletschers kommt es zu einer dramatischen Wendung, die auch Monty nicht unbeeindruckt lässt. Auch wenn die Naturbeschreibungen sehr gelungen sind, geht die Fantasie etwas mit dem Autor durch und meine Begeisterung wurde etwas gedämpft.  Die Glaubwürdigkeit der Szenerie ist weit hergeholt, dient aber dazu, Monty aufzurütteln. Mir wäre es aber lieber gewesen, wenn der Politiker schon auf Toms Hinweis reagiert hätte:

Tom zu Monty als Premierminister:

 "Sie sind der Fahrer eines Busses, eines Busses voller Menschen, und der Bus steht auf einem Bahnübergang und ein riesiger Güterzug kommt auf Sie zugerast, und Sie haben kostbare Sekunden damit vergeudet, den Rückspiegel einzustellen." 

Unbedingt lesenswert ist auch das Nachwort des Autors, der noch einmal eindringlich einige Fakten darlegt, warum es so wichtig ist, etwas für unser Klima zu tun und warum wir es nicht den Politikern überlassen dürfen, Entscheidungen zu treffen.

"Die Politik lässt keinen Raum für Kompromisse, für die Zusammenarbeit mit der anderen Seite oder dafür, seine Meinung zu ändern." 

Mich hat der Roman bewegt und abgeholt. Den Klimawandel als Rahmen zu verwenden, der deutlich sichtbar ist und die Handlung durchzieht, ohne anklagend oder belehrend auf die Leserschaft einzuwirken, ist hervorragend gelungen. Auch wenn ein einzelner die Welt nicht retten kann, kann doch viel bewegt werden. Es wäre schön, wenn in jedem ein wenig von Tom und Lykke stecken würde.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen:  24.05.2023
Verlag:  S. Fischer
ISBN: 9783103975031
Fester Umschlag
Seiten: 416





Dienstag, 31. Januar 2023

Der Fußgänger von Wigald Boning


Ungewöhnlich und unterhaltsam widmet sich Wigald Boning in seiner unnachahmlichen Art der Fortbewegung. Der Unterschied zwischen Spaziergängern und Wanderern wird genauso beleuchtet, wie die wichtigsten Wege, die man gegangen sein sollte.  


Wigald Boning philosophiert in diesem Hörbuch über die Fortbewegung zu Fuß in unterschiedlichsten Situationen und Formen. Ich hatte hohe Erwartungen, weil ich den leicht schrägen Humor des Autors sehr mag. Es macht Spaß sich auf die Sicht des Autors einzulassen, die besonders durch seine Sprache einen besonderen Kick erhält. 

Die Geschichten rund um seine kuriosen Wanderungen sind lustig und kurzweilig beschrieben. Wandern in Holzschuhen oder Pumps traut sich sicher nur Wigald Boning. Teilweise trägt er einen Zylinder oder auch mal gar nichts am Körper. Dies sind die Momente, bei denen ich schmunzeln musste und viele Bilder im Kopf entstanden. 

Anders ging es mir bei langatmigen Aufzählungen, die für mich nur vergeudete Hörminuten waren. Der Abschnitt von Rötz nach Quetsch war eine Minute lustig. Doch es kamen immer mehr ungewöhnliche Ortsnamen und deren Ziele, wie z.B. von Celle nach Offen, die keinerlei Informationen enthielten, sondern nur durch deren Beziehung erwähnt wurden. Seine Wanderungen auf die höchsten "Berge" der Deutschen Bundesländer waren nur teilweise unterhaltend. Erhoffte Wandertipps erhält man an dieser Stelle leider keine, lediglich die Erwähnung von unspektakulären Wegen raten zum Verzicht auf eine Wanderung. 

Bei diesem Hörbuch fehlen bildliche Impressionen, die das Gehörte begleiten und das Geschehen verdeutlichen. Ein kleines Begleitheft wäre ideal gewesen. Es gibt halt Bücher, die als Hörbuch nicht funktionieren. "Der Fußgänger" zählt für mich dazu.

Wigald Bonings private Gedanken und Erlebnisse waren für mich zu oberflächlich. Gerade bei den Wanderungen hatte ich mir mehr Beschreibungen erhofft, die Lust auf eigene Abenteuer machen. 


Von mir gibt es 3 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen: 04.10.2022
Verlag:  Gräfe und Unzer Audiobook
ISBN: 9783846409572
Hörbuch
Spieldauer: 5 Stunden und 53 Minuten

Mittwoch, 4. Januar 2023

Zur See von Dörte Hansen


Verbunden mit ihrer Insel lebt die alteingesessene Familie Sander schon Jahrhunderte an der Nordsee. Jens fährt schon lange nicht mehr zur See und seine Frau Hanne mag keine Zimmer mehr an Feriengäste vermieten. Ihre drei erwachsenen Kinder fühlen jeder für sich den Verlust von Tradition und die Angst vor Veränderung, die auch Befreiung bedeuten kann.  Nicht   nur diese Familie ist im Aufbruch, durch die ganze Insel geht ein Ruck, bei dem am Ende das Meer das letzte Wort hat.


Dörte Hansen hat einen wundervoll ruhigen und gleichzeitig aufwühlenden Roman über den Wandel der Nordseeinseln geschrieben. Eine Seefahrer-Familie, wie es unzählige auf den Inseln gibt, bildet den Rahmen für eine intensive Betrachtung des Unaufhaltsamen, dem Verlust von alten Traditionen, aussterbenden Dialekten und dem Suchen von neuen Werten.

 Die Charaktere werden so intensiv und kraftvoll mit ihren Ecken und Kanten beschrieben, dass sie fast greifbar und spürbar werden. Wenn Eske Sander morgens nackt mit all ihren Tätowierungen zum Schwimmen ins Meer geht, kann man das nachspüren. Man hört die harten Bässe, wenn sie mit ihrem Auto über die Insel fährt und keinem Touristen den Weg freimacht. Man kann sich die Treibholzwesen von Henrik Sander vorstellen, die in seiner Werkstatt auf das eine, vollendende Stück Treibgut warten. Dieser unruhige Mann, der vom Meer lebt und ohne es nicht sein kann. Die Last und Angst, die den ehemaligen Kapitän Rykmer Sander treibt und die er nur im Vollrausch erträgt, legt sich wie ein dunkler Schleier um einen.

Dabei gibt es kaum Dialoge, sondern nur Schweigen und Handeln. Besonders glaubwürdig und erlebbar wird dies von Nina Hoss mit Leidenschaft gelesen.

Es gibt so viele kleine Dinge, die ich gar nicht alle erwähnen kann. So detailliert beschriebene traurige und düstere Szenen, bei denen man einen Moment innehalten muss. Eine einsame Frau, die nach und nach ihre ganze Familie beerdigen musste und nur noch ihren altersschwachen Dackel durch den Ort trägt und selbst der Inselpastor sich beim Aufeinandertreffen still abwendet, weil er ihr keinen Trost mehr spenden kann.

Die zwei Gesichter der Mutter, die während die Feriengäste im Haus sind, freundlich und gelöst ist und nach der Saison wieder zu schweigen beginnt.

 "Und Hanne hängt an diesem Brocken Land, sie weiß nur manchmal nicht, ob dies noch ihre Insel ist. Vielleicht gehört sie längst den Wellenreitern und den Wolkenmalern, den Nacktbadern und Muschelsuchern - oder den Eintagsfliegen, die in Schwärmen jeden Tag vom Festland kommen, eine Inselrunde mit der Pferdekutsche drehen, Kaffee trinken in der Leuchtturmstube, weiterzuckeln Richtung Inselkirche, Vogelkoje und Museum, einmal kurz die Promenade rauf und runter, Abendessen im Klabautermann und mit der letzten Fähre wieder auf das Festland, wo die Reisebusse auf sie warten."

Inselbewohner führen in Trachten und Seemansskluft für Inselgäste tagein, tagaus ein Stück auf, an das sie selbst nicht mehr glauben und selbst der Inselpastor Matthias Lehmann inszeniert seine leidenschaftlichen Predigten mit goldbestäubten Muscheln, bis die Saison zu Ende ist und seine Kirchenbänke sich wieder leeren.

Trotz meiner Liebe zum Meer und deren Inseln werde ich wohl nie wieder eine Insel betreten, ohne an die Menschen zu denken, die uns Gäste ertragen müssen und deren Welt eine andere geworden ist.

Es ist ein düsterer Roman, der wenig Licht zulässt. Aber die Intensität der Worte, die Beschreibung der Natur und die Kraft des Meeres und die wundervollen kantigen Charaktere haben mich einfach begeistert. Für mich eine klare Hörempfehlung.


Von mir gibt es 5* von 5 Punkten

Hörbuchinformationen
Erschienen: 28.09.2022
Verlag:  Random House Audio
ISBN: 978-3-8371-6068-0
CD's
Laufzeit: 7h





Donnerstag, 1. Dezember 2022

Das Apfelblütenfest von Carsten Sebastian Henn


Ein alter Apfelbaum und eine vermeintlich offene Stelle führen die junge Lilou zum Apfelhof von Jules.  Der zurückhaltende Mann und die lebenslustige Heilpraktikerin nähern sich langsam an und entwickeln erste Gefühle füreinander. Ihr Liebesglück wird aber sehr schnell durch dramatische Ereignisse auf die Probe gestellt.


Carsten Sebastian Henn entführt seine Leserinnen und Leser in die südliche Normandie. Man nimmt förmlich den Duft der blühenden Apfelbäume wahr und hört die Lebenslust der feiernden Apfelhofmitarbeiterinnen beim jährlichen Fest. Das französische Flair wurde wunderbar eingefangen. Die Leidenschaft für leckeres Essen und einen guten Tropfen wird spürbar umgesetzt. Man bekommt sofort Lust, eines der Gerichte von Lilou und dazu einen passenden Cidre vom Apfelhof zu kosten.

Die Charaktere werden liebevoll herausgearbeitet und durch kleine Details kann man sich ein sehr konkretes Bild von ihnen machen. Jules, der Apfelhofbesitzer, fühlt sich dem Hof verpflichtet, um dem Erbe seines Vaters gerecht zu werden. Aber erst die lebensfrohe Lilou zeigt ihm, das man auch das Herz öffnen muss, um einen wirklich guten Cidre zu produzieren. Als Heilpraktikerin ist sie der Natur nahe und nähert sich den Menschen offen und warmherzig. Auch die Nebenrollen wirken echt und lebendig und bei Jules altem Freund und Wegbegleiter hätte man sich gern selbst in dessen geheimes Zimmer begeben.

Durch Richard Barenbergs wundervolle Stimme wirkt die Handlung noch ein wenig wärmer und intensiver. Besonders die dramatischen Wendungen setzt er gekonnt in Szene. 

Die zarte Romanze zwischen Lilou und Jules bildet den Rahmen zu weitaus dramatischeren Ereignissen. Die beiden jungen Menschen geraten geradezu in einen Strudel von Ereignissen, denen sie kaum gewachsen sind. Dabei wird aber immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, seinen Gefühlen zu vertrauen, nicht aufzugeben und auch Wut und Trauer zuzulassen. 

In sehr kurzer Zeit treten überraschend viele und heftige Probleme auf, die sowohl Lilou wie auch Jules betreffen. Diese starke Konzentration von zufälligen Ereignissen war für mich nicht sehr glaubhaft. Eine dieser Katastrophen wäre schon ausreichend gewesen, um einen Roman zu füllen. Mehrere davon wirken eher überfordernd. 

Das Buch mit dem tollen Flair und der kleinen Liebesgeschichte hätte mir mehr gefallen, wenn es ruhiger und eindringlicher ein schwieriges Thema beleuchtet hätte. So fühlte ich mich gehetzt und konnte den überschlagenden Ereignissen kaum folgen. 

Ein Liebesroman Happy End darf man hier auf keinen Fall erwarten. Ein zarter Schimmer ist am Ende aber zu sehen. 

Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten

Hörbuchinformationen
Erschienen: 13.10.2022
Verlag:  Hörbuch Hamburg
ISBN: 978-3-86952-573-0
CD
Laufzeit: 617 Minuten





Mittwoch, 30. November 2022

Italien! Das Goldene von GU


Mehr als ein Kochbuch - Ein Blick hinter die Rezeptkulissen  

Noch ein Kochbuch. Italien. Kennt man doch schon. Nein  - halt. Dieses hier glänzt nicht nur durch den Umschlag, sondern auch durch interessante Hintergrundinformationen. Bei ca. 200 Rezepten wird jeder fündig und überraschend: Pizza läuft unter der Überschrift "Pane" und füllt nicht seitenweise dieses Buch.

Mir haben es die Antipasti Rezepte und die vielen Tipps und Tricks drumherum gefallen. Endlich konnte ich selbst einmal marinierte Möhren zubereiten, die denen aus dem Restaurant fast Konkurrenz machen konnten.
Fehlen Zutaten oder mag man lieber eine andere Gemüsesorte? Bei vielen Tausch-Tipps darf man das Rezept auch gern verändern. 

Beim Olivenrezept gibt es gleich noch den Hinweis, wie sich das Gericht länger hält:

"Die marinierten Oliven halten sich bei kühler und dunkler Lagerung ca. 1 Woche."

Weiter gibt es leckere Getränke-Tipps, Hinweise auf die verschiedensten Kaffeezubereitungen und natürlich Wissenswertes über Land und Leute.

Dank toller Bilder bekommt man sofort Lust alles auszuprobieren. Den gefüllten Pfannkuchen mit Ricotta kann ich nur empfehlen und die Kürbisravioli stehen schon als Lieblingsessen auf unserer Familienliste.

Wer gerne kocht, sich inspirieren lassen möchte und Italien liebt, liest in diesem Goldbuch genau richtig.


Von mir gibt es 5 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen: 04.10.2022
Verlag:  GU Verlag
ISBN: 978-3-8338-8633-1
Fester Umschlag
Seiten: 352





Sonntag, 20. November 2022

Vilma zählt die Liebe rückwärts von Gudrun Skretting


Vilma Veierød wirkt wie aus der Zeit gefallen. Obwohl sie erst 35 Jahre alt ist, wirkt sie eigenartig mit ihrem Tick, möglichst lebenszeitverkürzende Dinge zu meiden. Ihren Vater Vilhelm Mozart Sandvik hat sie nie kennenlernt und ist um so überraschter, plötzlich mit seinem Tod und ihrer eigenen Geschichte konfrontiert zu werden. 


Gudrun Skretting hat mit diesem Liebesroman ihr erstes Werk für Erwachsene geschrieben. Vielleicht wirkt die Handlung deshalb so leicht, komisch und märchenhaft, weil der Autorin das Kindsein so nah liegt. Kinderbuch-Autoren müssen wesentlich anspruchsvollere Lesende zufriedenstellen. 
 
Die Heldin der Geschichte Vilma ist mir sofort ans Herz gewachsen. Die stille Musiklehrerin hat einen besonders ungewöhnlichen Charme. Ihre schüchterne, unbeholfene, teils skurrile Art, Dinge in Angriff zu nehmen, lassen beim Hören oft ein Schmunzeln entstehen. Sicherlich tragen auch die beiden Sprecher Felicity Grist und Wolfgang Gerber ihren Teil dazu bei. Ihre wundervollen Stimmen und ihr gemeinsames Agieren sind das Sahnehäubchen des Hörbuchs. 

Der Einblick in Vilmas Alltag ist anfänglich eher traurig als unterhaltsam. Vilma lebt allein im Haus ihrer verstorbenen Großtante Ruth in Oslo. Ihre Mutter verstarb schon früh und Vilma wuchs, ohne ihren Vater zu kennen, bei der Großtante auf. Schon fast panisch wertet sie all ihre Aktivitäten in Micromorts um. Diese Maßeinheit war mir bisher gar nicht bekannt. Wikipedia weiß Rat:

 "Ein Mikromort ist eine Maßeinheit für das Risiko und bezeichnet eine Wahrscheinlichkeit von 0,000001 (eins zu einer Million) zu sterben. Die Risikobehaftetheit von Tätigkeiten oder Umständen kann in Mikromort angegeben werden."

Obwohl sie die Musik so liebt, macht ihre Tätigkeit als Musiklehrerin sie nicht wirklich glücklich. Als eines Tages ein Bündel Briefe von ihrem verstorbenen Vater zu ihr findet und der Klavierschüler Andre ausnahmsweise an ihrem Klavier übt, ändert sich für Vilma schlagartig das Leben. 

Plötzlich ist das Leben nicht mehr grau, sondern bunt und lebendig. Jeder Tag hält eine neue Überraschung für Vilma bereit. Die Briefe ihres verstorbenen Vaters liest sie wie einen Adventskalender. Jeden Tag ein neuer Brief - der wundervoll vom Sprecher intoniert wird - und eine weitere Erkenntnis. Nach und nach erfährt Vilma mehr über ihre Vergangenheit, wie sich ihre Eltern kennengelernt haben und warum es kein Familienleben geben konnte.

Und langsam ganz langsam schleicht sich die Liebe ins Vilmas Leben. Es dauert eine Weile, bis sie ihre Gefühle richtig deuten kann, dann gibt es aber kein Halten mehr für die junge Frau. Sie genießt das Leben und entdeckt die Kraft der Musik und die Intensität der Liebe. 

Herrlich schräge, aber sympathische Charaktere untermalen die Geschichte. Robert der Pathologe, leidet unter Koprolalie und in den erdenklich unpassendsten Situationen rutscht ihm ein heftiges Schimpfwort heraus. Dank Vilma, die diese mit ideenreichen Wortfindungen lautstark übertönt, wird der ehemals ruhige Alltag Vilmas ordentlich durcheinandergewirbelt.

Pfarrer Ivar Kerkebü berührt Vilma tief im Herzen. Doch was findet sie an diesem Mann mit den warmen Händen. Lange rätselt man zusammen mit der Protagonistin, was denn ihr Herz nun wirklich will. 

Mir hat dieses gefühlvolle Hörbuch mit wunderschönen, traurigen, schrägen, witzigen und nachdenklichen Momenten sehr gefallen.


Von mir gibt es 5 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen: 17.11.2022
Verlag:  USM Audio
ISBN: 9783803292940
Hörbuch
Spieldauer: 11 Stunden, 53 Minuten





Dienstag, 31. Mai 2022

Dann rennen wir von Paula McGrath


Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Schicksale und doch haben diese drei Frauen etwas gemeinsam: Sie sind auf der Suche nach sich selbst, etwas Halt, Anerkennung oder auch nur Ruhe. Flucht ist am Ende keine Lösung, denn diese Frauen stellen sich ihren Dämonen.   

Paula McGrath erzählt in ihrem Roman in unaufdringlich direkter Art, wie sich Frauen ihrem Schicksal stellen. Es gibt drei unterschiedliche Handlungsstränge, deren Geschichten abwechselnd in Großbritannien, Irland und Amerika in unterschiedlichen Zeitebenen eingeblendet werden. Die Sprecherin des Hörbuchs, Franziska Hartmann, unterstreicht durch ihre Stimme gekonnt die direkte Sprache der Protagonistinnen. Hier gibt es keine Schnörkel und Schleifen, die Sprache ist sehr direkt und trifft die atmosphärische Spannung und die Verletzlichkeit der Frauen. 

Besonders das Schicksal der sechzehnjährigen Jasmin wird nachempfindbar und schonungslos beschrieben. Auf der Flucht vor ihrer alkoholkranken Mutter, einem fehlenden Zuhause und keiner erkennbaren Zukunft gerät sie in ein skrupelloses dunkles Milieu. Drogen, Prostitution und Misshandlung gehören zu ihrem Alltag, bis sie ihre Leidenschaft für das Boxen entdeckt und einen Menschen findet, der an sie glaubt. 

Als Waise sieht die junge Ali einer ungewissen Zukunft entgegen. Ihre verstorbene Mutter hat ihr wenig hinterlassen und plötzlich gibt es Großeltern, die mit ihrer Rolle überfordert, aber bemüht sind. Für Ali ist der Kontrast zwischen Wohnschiff und reichem Großelternhaus zu viel. Sie flieht mit einer Biker-Gang, ohne deren Ziel zu kennen. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich.

Am unnahbarsten war die Story um eine Gynäkologin in Dublin, die in London einen Neuanfang wagen will, sich aber von ihrer pflegebedürftigen Mutter nicht trennen will. Die Gedankengänge und Gefühlsäußerungen waren für mich schwer zu greifen, auch wenn das Thema durchaus verständlich vermittelt wurde. 

Es dauert, bis man nach und nach das Gefühl für diese Protagonistinnen entwickelt. Im Hörbuch ist es sehr schwierig, den Wechsel in einen neuen Handlungsstrang zu erkennen. Auch wenn Jahreszahlen und Namen genannt werden, bleibt die Erzählstimme gleich und man muss sich sehr konzentrieren, um die Sprünge zu erkennen. 

Kurz vor dem Ende, wenn man als Hörende darüber nachdenkt, wohin die Reise führen soll, verändert sich die Handlung und führt einzelne Fäden zueinander. 

Für mich war dieser Roman dennoch nicht ganz schlüssig und zu distanziert. Als Hörende fühlte ich mich ausgeschlossen, war Beobachterin von unfassbaren Dingen, die so emotionslos transportiert wurden, dass der Schock des Moments umso größer war. Vielleicht gebe ich der Schriftform noch eine Chance.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen: 13.04.2022
Verlag:  GoyaLit
ISBN: 978-3-8337-4477-8
Spielzeit: 490:10 Minuten





Montag, 22. November 2021

Sturmvögel von Manuela Golz


Emmys Welt besteht aus einer kleinen Insel in der Nordsee. Hier wächst sie in einfachen Verhältnissen, aber mit liebevollen Eltern auf, bis Krankheit und Krieg ihr die Eltern rauben. In den 20er-Jahren kommt sie als junges Mädchen nach Berlin, um als Dienstmagd zu arbeiten. Im Alter von 86 Jahren blickt Emmy zurück und denkt an die schwere Zeit während des Zweiten Weltkrieges, an Ehepflicht und heimliche Liebe. Aber auch daran, dass ihre Tage gezählt sind und sie ihr Erbe weitergeben möchte. Allerdings anders als ihre Kinder sich es heimlich erhofft haben. 


Manuela Golz hat sich von ihrer Oma zu diesem Familienroman inspirieren lassen. Auf verschiedenen Zeitebenen der Vergangenheit und Gegenwart wird Emmys Geschichte erzählt. Trotz all der Schicksalsschläge, die schon die kleine Emmy erleiden muss, findet sie immer einen Weg, um nach vorne zu schauen. Als alte 86-jährige Frau ist sie immer noch aufgeräumt, vorausschauend und liebevoll, aber durchaus mit Ecken und Kanten, die besonders ihrer ältesten Tochter zu schaffen machen. 

Der Schreibstil ist kurzweilig und unterhaltsam, bleibt dadurch aber auch zu sehr an der Oberfläche. Viele Szenen werden zu schnell wieder verlassen. Immer wenn es etwas in die Tiefe ging, sprang die Handlung an einen anderen Ort. Emmys Liebe zu einem Sohn aus reichem Haus ist solange reizvoll, bis sie schwanger wird. Hier hätte ich gern mehr über die Gefühle der Protagonistin gelesen. Besonders die schweren Jahre während des Krieges, in dem Emmy mit drei kleinen Kindern ums Überleben kämpft, gehen einem nahe. Man meint die Nähe der Autorin zur Romanfigur zu spüren. 

Die Gegenwart der alten Dame ist vorwiegend durch Handlungen ihrer erwachsenen Kinder geprägt. Hilde und Otto sind darauf erpicht zu erfahren, was ihre Mutter ihnen als Erbe vermachen wird. Diese unverhohlene Gier nach Geld und der Neid auf die aufgenommene Ziehtochter Anni der jüngsten Schwester waren für mich nur schwer nachvollziehbar und wirkten zu sehr am Reißbrett entworfen. Die Treffen der Geschwister, deren Dialoge und die anschließende Auflösung des ominösen Kellerfundes haben mich wenig in ihren Bann gezogen. 

Für mich ist die Mischung aus Vergangenheits- und Gegenwartsroman nicht aufgegangen. Die wundervoll schwunghafte und lebensfrohe Emmy hätte ich gern vertieft kennengelernt. So blieb sie am Ende doch ein wenig blass und nicht lange in Erinnerung. 


Für Lesefreunde leichter Kost ist dieser Familienroman aber sicherlich eine gelungene Herbstlektüre. . 

 Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten

Buchinformationen
Erschienen:  17.05.2022
Verlag:  DuMont Buchverlag
ISBN: 9783832166274
Flexibler Einband
Seiten: 380

Donnerstag, 4. November 2021

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1) von Richard Osman



Die achtzigjährige Joyce hätte wohl nicht gedacht, dass ihr Einzug in die edle Seniorenresidenz in der Grafschaft Kent so viel Abwechslung und Spannung bieten würde. In Coopers Chase gibt es durchaus die klischeehaften Senioren, die mit Bastelrunden und Puzzleabenden ihre Freizeit gestalten. Nicht aber der Donnerstagsclub, der verdeckt unter einem neutralen Namen ungelöste Kriminalfälle aufzuklären versucht. Als dann tatsächlich ein Mord in unmittelbarer Nähe geschieht, sind Elizabeth, Ron, Ibrahim und Joyce, nicht immer zur Freude der örtlichen Polizei, in ihrem Element.   


Richard Osman hat mit seinem Debüt einen unterhaltsamen leichten Krimi mit einer wundervoll schrägen, charmanten "very britischen" Seniorengang geschaffen. Dies ist mein erstes Hörbuch, deren Hauptakteure alle weit über 70 Jahre alt sind und sich vor lauter Tatendrang als Mordermittler versuchen. Der Donnerstagsmordclub besteht aber auch aus Mitgliedern, die im Berufsleben als Gewerkschaftsführer, Geheimagentin, Psychiater und Krankenschwester tätig waren. Beste Voraussetzungen, um ehemalige Verbindungen zu nutzen und der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Besonders Chief Inspector Hudson muss sich erst an die ungewöhnliche Unterstützung der älteren Herrschaften gewöhnen. Seine junge Kollegin Donna de Freitas wurde augenscheinlich von ihnen als Ehrenmitglied erkoren und fühlt sich sichtlich wohl im Seniorenkreis. 

Durch die beiden Sprecher Johannes Steck und Beate Himmelstoß wirkt die Handlung, die in mehreren Zeitebenen und wechselnden Perspektiven spielt, sehr lebendig und kurzweilig. Johannes Steck versteht es, die unterschiedlichen Charaktere herauszuarbeiten. Ron, der ehemalige Gewerkschaftsführer, hat mir sehr gefallen. 

Trotz all der Schmunzelmomente in denen die Senioren ihr Können unter Beweis stellen, wird nicht vergessen, dass es sich hier um alte Menschen handelt. Sie leben in einer Welt voller Krankheiten, Einsamkeit und natürlicher Tode, und auch wenn sie sich allen Herausforderungen stellen, geraten sie selbst an ihre physischen und emotionalen Grenzen. Es gibt sehr bewegende Momente, die man selten in einem Krimi findet und die ans Herz gehen. 

Die Handlung steigert sich langsam von einem Roman in einen Krimi hinein und beinhaltet so manche überraschende Wendung. Es tauchen Boxkämpfer, Drogendealer, Immobilienspekulanten, Nonnen und griechische Kriminelle auf, die allerlei mögliche Motive vorzuweisen haben. Weniger wäre hier aber mehr gewesen, denn so verliert sich die Handlung in zu viele Hinweise und Spekulationen und das Nachvollziehen dieser einzelnen Fäden fällt schwer.  

Überraschend gut und gelungen unerwartet kommt dann das Ende daher. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und hatte Spaß, diese ungewöhnlichen Ermittler in Aktion zu erleben. Ob die Protagonisten tatsächlich Potenzial für eine ganze Serie haben, bleibt abzuwarten. 

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten

Hörbuchinformationen
Erschienen: 03.05.2021
Verlag:  Hörbuch Hamburg
ISBN: 9783957132321
Dauer: 10 Stunden, 18 Minuten

Freitag, 22. Oktober 2021

Es kann nur eine geben von Carolin Kebekus



Gibt es wirklich nur Platz für eine Frau, die eine, die beste, die schönste, die intelligenteste? Oder lassen wir Frauen uns das nur oft genug einreden, damit wir es tatsächlich glauben. Carolin Kebekus räumt mit scheinbar gesetzmäßig fundamentierten Barrieren auf und macht Mut, eigene Wege zu gehen.  


Carolin Kebekus  hat mit diesem Hörbuch unglaublich unterhaltsam wichtige und längst aufklärungsbedürftige Dinge beim Namen genannt. Querbeet greift die Autorin und Leserin wichtige Themen auf und fordert zu mehr Frauensolidarität auf. Angefangen bei der Bibel, über Märchen, Politik, Kirche, Karneval, Wirtschaft und natürlich dem Fernsehen. Dabei erfährt man, wie es Carolin Kebekus selbst ergangen ist als aufstrebende Komikerin unter lauter Männern. Eine Quoten-Quatschmacherin sei genug, wenn eine Kollegin schneller war, konnte sie gleich zum nächsten Vorsprechen weitergehen. Als Nicht-Karnevals-Anhängerin war mir bisher gar nicht bewusst, dass der Kölner Karneval fast nur aus Männern besteht. 

Eine lange Passage widmet die Autorin Gamingplattformen, da sie selbst eine begeisterte Playerin - sagt man das so? - ist. Sie steht dazu, gern zu ballern und auch mal in die Rolle eines fiesen Typen zu schlüpfen. Hier wird nicht angeprangert, sondern auf ein Ungleichgewicht der Rollen hingewiesen. Frauen spielen eher leider noch die Nebenrollen. Heldinnen sind nicht gefragt oder sehr klischeehaft besetzt.  

Die Kirche bekommt dann richtig ihr Fett weg und dies nicht nur in einer Passage, sondern durchgehend in unverblümter, klarer Sprache. Ich habe mich gefragt, ob diese gestandenen Kirchenmänner wohl noch rot werden können. Rot werden kann man dann auch als Frau, wenn es um sogenannte Tabuthemen geht, die natürlich eigentlich gar keine sind. Die Jagd nach verstreuten Tampons, die aus der Handtasche fallen, kennt wohl jede Frau. Unbequem, herrlich ehrlich plaudert Frau Kebekus über Menstruation und all den daraus resultierenden Nebenschauplätzen. 


Selten habe ich über ein gut recherchiertes Sachbuch dazu noch ein feministisches, so schmunzeln müssen und dabei Wissenswertes erfahren. Vor allem die glaubwürdig ehrlichen Aussagen über sich selbst machen Carolin Kebekus sehr sympathisch. Ich gebe für das Hörbuch eine unbedingte Hörempfehlung, denn wer könnte dieses Buch besser vortragen als die Autorin selbst.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten

Hörbuchinformationen
Erschienen: 07.10.2021
Verlag:  argon
ISBN: 9783839819289
Hörbuch
Hörlänge: 8 Stunden, 32 Minuten





Donnerstag, 14. Oktober 2021

ES WAR EINMAL IN HOLLYWOOD von Quentin Tarantino



Spiel mir das Lied vom Tod" wird vielen bekannt sein und so ist "Es war einmal in Hollywood" im Jahr 1969 wie eine Rahmenhandlung hinter den Kulissen zu verstehen.   


Quentin Tarantino skizziert das glamouröse Hollywood mit all seinen Skandalen, Sternchen, Stars und dunklen Seiten. Hauptakteur ist der Schauspieler Rick Dalton, der trotz größter Bemühungen einfach nicht groß heraus kommt. Sein Stuntdouble Cliff Booth ist mehr "Mädchen für Alles" für den einstigen Serienhelden als nur Stuntmen. 

Was im Film sicherlich großartig funktioniert hätte, bleibt im Hörbuch leider eher unspektakuläre Aufzählung von bekannten und oft gehörten Hollywood-Aktivitäten. Es wird viel getrunken, es gibt Affären, Besetzungsquerelen und natürlich schöne Frauen und Neid auf deren Liebhaber. 

Gerrit Schmidt-Foß gibt sich größte Mühe, dem Hörbuch mit seiner Stimme den passenden Stil zu verleihen. Die Charaktere arbeitet er gut heraus, wechselt zwischen naiver und durchtriebener Tonlage und hat offensichtlich Spaß am Sprechen. Im Film als Synchronisationsstimme bestimmt perfekt.

Mir fehlte eine durchgängige Handlung, etwas Spannung und Unterhaltung. All das, was ein Tarantino-Film locker geboten hätte. 

Vielleicht war meine Erwartungshaltung einfach zu hoch. Mir sind seine Filme dann wohl doch lieber. 

Von mir gibt es 2,5 von 5 Punkten

Höbuch-Informationen
Erschienen: 08.07.2021
Verlag:  argon
ISBN: 978-3-7324-1934-0
Hörbuch
Hördauer: 12 Stunden 7 Minuten